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Windows 10 Enterprise mit oder ohne Software Assurance?

Im Rahmen von Windows Migrations-Projekten oder im Rahmen von Lizenzverhandlungen stellen sich Unternehmen immer wieder die Frage nach dem Nutzen der Software Assurance (SA) Verlängerung von Windows 10 – Welche Konsequenz hat es, wenn die SA für Windows 10 ausgesetzt wird?

Im Rahmen meines Blog-Beitrags gehe ich daher auf folgende Punkte ein:

  • Windows 10-Versionen für Enterprise-Kunden
  • Was unterscheidet Windows 10 LTSB von den anderen Windows-Versionen?
  • Windows 10 Enterprise ohne Software Assurance
  • Windows 10 Enterprise 10 LTSB Funktionsumfang
  • Resümee

Lesetipp: Windows 10 Pro als Alternative für Windows 10 Enterprise

Windows 10 – Versionen für Enterprise Kunden

Mit der Einführung von Windows 10 hat Microsoft einige Änderungen im Hinblick auf die Lizenzierung und verfügbaren Windows-Versionen vorgenommen. Das Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) wurde fester Bestandteil der Windows Enterprise SA-Benefits und kann somit nicht mehr als Add-on ab dieser Version erworben werden. Aus der klassischen Enterprise-Version wurde Windows 10 Enterprise E3. Zusätzlich wurden Windows Enterprise E5, Windows 10 LTSB und weitere Versionen eingeführt. Im Rahmen dieses Artikels betrachte ich Windows 10 Enterprise LTSB ohne aktive Software Assurance.

Übersicht der Feature von Windows 10 LTSB, Windows 10 E3 Enterprise, Windows 10 E5 Enterprise

Quelle Microsoft

Was unterscheidet Windows 10 LTSB von den anderen Enterprise-Versionen?

Vorab eine Begriffsdefinition: Im Rahmen der Einführung von Windows 10 hat Microsoft drei Arten der Bereitstellung von Updates eingeführt. Current Branch (CB), Current Branch for Business (CBB) und LTSB. LTSB steht für „Long Term Servicing Branch“ und bedeutet übersetzt so viel wie “Langfristiger Service-Zweig”, vergleichbar mit den LTS-Versionen von Linux LTS.

Microsoft beschreibt die drei Bereitstellungsarten für Updates wie folgt:

  • Current Branch (CB) für Privat- und Geschäftskunden: Neue Features werden unmittelbar und automatisch über Windows Update installiert (alle 2 bis 3 Monate), nachdem sie durch Nutzer von Windows Insider Preview Branch getestet und validiert wurden. Sicherheitsupdates und Hotfixes werden regelmäßig zur Verfügung gestellt.
  • Current Branch for Business (CBB) für Geschäftskunden: Unternehmen haben damit die Option, neue Features rund 8 Monate lang in ihrer individuellen Businessumgebung zu testen, bevor sie diese in der Produktivumgebung implementieren. Sicherheitsupdates und Hotfixes werden hingegen unmittelbar zur Verfügung gestellt. CBB-Kunden können Windows Update for Business oder Windows Server Update Service (WSUS) für eine Installation der Features nutzen und hierdurch die Updatebereitstellung im Unternehmen selbst kontrollieren.
  • Long Term Servicing Branch (LTSB) für Geschäftskunden: LTSB wurde primär für geschäftskritische Systeme (z. B. Luftfahrtkontrolle) konzipiert. Anders als bei CB und CBB wird hier nur alle 2-3 Jahre ein LTSB mit allen neuen Features von Microsoft definiert. Sie haben die Wahl, in diesem Rhythmus neue Features zu installieren oder auch einen LTSB-Aktualisierung zur Funktionserweiterung zu überspringen. Aktuelle Sicherheitsupdates und Hotfixes werden wie bei CBB unmittelbar geliefert. LTSB-Kunden erhalten neben dem 5-jährigen Mainstream-Support zusätzlich die Option auf zusätzliche 5 Jahre erweiterten Support. Die LTSB-Aktualisierung erfolgt grundsätzlich über WSUS.

Quelle-Microsoft: https://www.microsoft.com/de-de/licensing/produktlizenzierung/windows-10.aspx

In diesem Zusammenhang hat Microsoft am 20. April 2017 angekündigt, dass größere Upgrades mit neuen Funktionen wie beispielsweise das „Creators Update“ zweimal im Jahr im März und September ausgerollt werden. Diese Vorgehensweise gilt auch für Office 365 ProPlus Versionen. Weitere Informationen können dem folgenden Link entnommen werden: https://blogs.windows.com/business/2017/04/20/windows-office-align-feature-release-schedules-benefit-customers/#syqmFckcIO9f1F4s.97

Windows 10 Enterprise ohne Software Assurance

Wenn im Rahmen eines Microsoft-Vertrages Windows 10 Enterprise mit Software Assurance erworben wurde und dieser nicht weiter verlängert wird, hat dies direkte Auswirkungen auf die einzusetzende Windows 10 Enterprise-Version. Kunden ist es ab diesem Moment nur noch gestattet Windows 10 Enterprise LTSB einzusetzen, daraus ergeben sich folgende Konsequenzen:

a) Unternehmen die von einer Vorgängerversion zu Windows 10 migrieren wollen

Unternehmen die bereits während der Vertragslaufzeit das Recht auf die Installation von Windows 10 erworben haben, können ohne fortgeführte Software Assurance (SA) nur noch Windows 10 LTSB ausrollen.

b) Unternehmen die bereits Windows 10 Enterprise E3 oder E5 einsetzen

Nach dem Auslaufen der Software Assurance für Windows 10 Enterprise (E3/E5) haben Kunden eine 90-tägige Frist um die bestehenden Installation auf Windows 10 Enterprise LTSB umzustellen. Hierbei muss die bestehende Windows 10 Enterprise (E3/ E5) Version deinstalliert und Windows 10 LTSB ausgerollt werden. Hintergrund für diese Vorgehensweise ist, dass sich diese Version sehr stark von den Windows E3/ E5 unterscheidet, was eine Neuinstallation unumgänglich macht.

Windows 10 Enterprise 10 LTSB Funktionsumfang

Bei Windows 10 Enterprise LTSB wird unterschieden in mit oder ohne aktiver Software Assurance. Ohne aktive SA kann nur die aktuelle Windows 10 LTSB-Version verwendet werden. Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen:

Hardware

Windows 10 Enterprise LTSB unterstützt nur die bei der Veröffentlichung zur Verfügung stehende Hardware. Bei neuen Hardware-Generationen muss somit eine neue LTSB-Version eingesetzt bzw. erworben werden, wenn keine Software Assurance abgeschlossen wurde.

„Surface devices running Long-Term Servicing Branch (LTSB) are not supported“ – Link

Software-Feature

Microsoft 10 Enterprise LTSB bietet im Vergleich zu den E3/ E5-Versionen nur ein Basisset an Funktionen an. Beispielsweise entfallen Funktionen, die für das ein oder andere Unternehmen wichtig sind:

  • Microsoft BitLocker-Administration und –Überwachung (MBAM)
  • Erweiterte Gruppenrichtlinienverwaltung (AGPM)
  • Virtualization Rights
  • Access to future Long Term Servicing Branches (10 years of support)
  • (..)

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Unterschiede im Funktionsumfang zu den Windows 10 E3/ E5:

Übersicht der Feature von Windows 10 LTSB vs. Windows 10 Enterprise

Quelle Microsoft

Wenn Unternehmen Windows 10 unter Software Assurance haben, dann besteht die Möglichkeit Windows 10 LTSB immer mit der aktuellsten LTSB Version einzusetzen, statt an eine Version gebunden zu sein.

Resümee:

Windows 10 LTSB als Standard-Client erscheint auf den ersten Blick für Unternehmen erstrebenswert, da Microsoft diese Version nicht mit kontinuierlichen Feature-Updates versieht. Dies klingt erst einmal gut, aber wenn man den eingeschränkten Funktionsumfang im Verhältnis zu den E3 und E5-Versionen betrachtet, ist dieser Weg bereits hier eine mögliche Sackgasse.  Hinzu kommt, dass Unternehmen ihre Hardware meistens rollierend austauschen und sich auf einen Standard-Client festgelegt haben. Ziel ist es planbare Rollouts über Jahre umsetzen zu können, hierbei unterstützt Windows 10 LTSB (o. SA) aber nicht zukünftige Hardware. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen bei nicht unterstützter Hardware eine neuere Version erwerben müssen, was je nach Laufzeit der aktuellen Windows-Version rechnerisch ein Aussetzen der SA nicht rechtfertigen würde.

Losgelöst davon ist der Weg zu einer Windows 10 LTSB-Version und wieder davon weg immer mit einer Neuinstallation der Windows-Version und allen damit einhergehenden Aufwänden verbunden. Somit ist für mich die Empfehlung von Microsoft mehr als nur nachvollziehbar, Windows 10 LTSB für spezielle Systeme einzusetzen und nicht zur Standard-Client Version zu erheben.

Mitteilung von Microsoft Windows 10 LTSB

Quelle-Microsoft: https://docs.microsoft.com/de-de/windows/deployment/update/waas-overview

 

Weitere interessante Beiträge zu diesem Themenkomplex von mir:

„Windows 10 Pro als Alternative für Windows 10 Enterprise“

„Digitale Transformation – Ein Desktop-Refresh ist nicht ausreichend!“

 


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